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Kannst du an nichts denken?

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Du brauchst:
Dein Gehirn, Fantasie, Ruhe und ein bisschen Konzentration, 1 Wecker oder 1 Sanduhr (oder jemanden, der dir sagt, wann eine Minute vorbei ist).

Versuch mal!
Schließe die Augen. Versuche, eine Minute lang an nichts zu denken.

Was passiert?
Ist es dir gelungen, an nichts zu denken?
Vielleicht hast du an die Frage gedacht? Oder daran, dass du es sicher schaffst, nicht zu denken? Oder wann die Minute endlich vorbei ist? Oder hast du etwas gehört? Oder Wind gespürt?
Es ist gar nicht so leicht, an nichts zu denken! Es geht uns eigentlich immer „etwas durch den Kopf“.

Warum ist das so?
Denken heißt ordnen. Wir brauchen unser Denken, um all das zu ordnen, was unsere Sinne (Geruchs-, Gehör-, Geschmacks-, Seh- und Tastsinn) als Reiz an unser Gehirn übertragen. Sonst könnten wir nur ‚Rauschen‘ erkennen - wie bei einem Fernseher ohne Programm: lauter Farben, Töne, Gerüche, die nicht zusammengehören. Darum können wir auch nicht einfach unser Denken ausschalten. Sobald Reize zu unserem Gehirn kommen, müssen wir sie ordnen. Wir müssen immer an etwas denken, das wir dann ordnen können, wir können nicht an nichts denken.
Wenn unser Gehirn einmal keine neuen Reize zu ordnen hat, dann ordnet es eben Reize, an die es sich erinnert: Bilder, Geräusche, Geschichten und so weiter (zum Beispiel wenn wir träumen oder nachdenken).

Wo brauche ich das?
Wie gesagt: Denken brauchen wir immer und in jeder Sekunde unseres Lebens. Besonders in Philosophie und Psychologie denken wir auch über das Denken nach.

Übrigens:
Mache unseren Versuch noch einmal mit offenen Augen während du dich umsiehst, oder während du eine Geschichte hörst – dann ist es noch viel schwieriger, an nichts zu denken!