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Woher kommt der Glaube an Vampire?

Geschichte

Sicher hast du schon einmal von Vampiren gehört oder gelesen. Es gibt dazu eine große Zahl an Büchern, Filmen, CDs und Spielen. Hast du dich aber schon mal gefragt, wie die Menschen auf die Idee gekommen sind,  es könnte Vampire geben?

Blutsauger jeglicher Art

Frau mit Floh von Georges de la Tour, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Georges_de_La_Tour_038.jpg
"Frau mit Floh" von Georges de la Tour

Wenn man von Vampiren spricht, meint man tote Menschen, die begraben wurden, danach aber aus ihren Gräbern aufstehen und sich vom Blut lebender Menschen ernähren. Vampire gibt es jedoch nur in der Phantasie. Anders ist das mit blutsaugenden Tieren wie Flöhen oder Gelsen. Wie du weißt, gibt es die wirklich.

Wenn du dir das Bild von Georges de la Tour (sprich Schorsch dö la Tuur) genauer ansiehst, siehst du eine Frau, die versucht einen Floh – einen Blutsauger – von ihrer Haut zu zupfen. Das Bild zeigt aber auch sehr deutlich, wie die Menschen früher lebten. Es ist zum Beispiel sehr dunkel in diesem Raum, da man nur Kerzen und Öllampen hatte. Es war auch oft schmutzig und somit gab es mehr Ungeziefer und viele damals unheilbare Krankheiten. Außerdem war es sehr still, da es weder Radio noch Fernsehen gab und in der Nacht konnte man nur die Kirchenuhr, den Nachtwächter oder den Wind und Tierlaute hören.

Aus all diesen Gründen erfanden Menschen in ihrer Phantasie Wesen die zum einen bedrohlich und furchterregend waren, zum anderen aber auch mächtig, stark und unsterblich.

Historische Blutsauger

Schloss Bran, Foto: cc Huffer
Schloss Bran

Vampire leben vom Blut und somit vom Leben anderer. Ein Philosoph des 18. Jahrhunderts, ein gewisser Voltaire (sprich Wolteer) hat erkannt, dass es aber in Wirklichkeit keine Vampire gibt und hat die Vorstellung über Vampire auf Menschen übertragen. Das waren für ihn Menschen, die reich wurden, ohne selbst zu arbeiten, also Adelige, Kaufläute und Bischöfe. Denn viele Menschen ohne Geld, mussten früher zu geringen Löhnen in den Fabriken arbeiten. Darum wurden zum Beispiel die Fabriksbesitzer als Vampire bezeichnet, die die Menschen aussaugten.

Aber es wurden auch Menschen aufgrund ihres Aussehens für Vampire gehalten, wenn sie zum Beispiel sehr krank aussahen. Das waren sehr arme Menschen, nicht nur weil sie kein Geld hatten, sondern auch weil niemand mit ihnen zu tun haben wollte.

Wieso glaubte man, dass es Vampire vor allem im östlichen Europa gab? Zunächst einmal werden dort ganz andere Sprachen, vor allem slawische Sprachen, gesprochen. Diese werden zum Teil in anderen Schriften geschrieben. Das wirkte fremd, rätselhaft und war unheimlich. Noch dazu gab es dort besonders dichte Wälder und auch hohe Berge, die nur sehr mühsam zu erreichen waren. Transsylvanien, wo angeblich der berühmte Graf Dracula wohnte, gibt es wirklich. Es liegt in Rumänien und hat heute den deutschen Namen Siebenbürgen. Wörtlich aus dem Rumänischen übersetzt, bedeutet Transsylvanien Land hinter den Wäldern. Menschen dachten also, dass Vampire dort leben, wo es also fremd und dunkel ist, wie etwa auch der Wald im Märchen.

Gruselbücher

Fledermaus, Bildquelle, http://www.blm.gov/nv/st/en.html, Urheber: PD-USGov
Fledermäuse ernähren sich meist von Insekten

Es gibt sehr viele Bücher, Filme oder Spiele über Vampire und auch im Moment ist das Thema Vampir wieder sehr modern. Sehr oft sind Vampire Außenseiter. Jemand, der irgendwie anders ist und daher nicht dazu gehört. Manchmal helfen Vampire aber sogar. So etwa beim Vamperl aus Renate Welshs Erzählungen. Das Vamperl ist eine Art Haustier und beschützt Kinder, vor ehrgeizigen Müttern, betrunkenen Männern, Tieren oder auch wilden Buben. Das Vamperl trinkt nämlich nicht Blut, sondern Galle, die die Menschen bösartig macht und befreit so die Menschen von ihrem Zorn.
Im „Der kleine Vampir“ von Angela Sommer-Bodenburg dreht sich alles um die Freundschaft zwischen einem Menschenkind und einem Vampir, die zusammen einiges erleben.

In Filmen oder Büchern sehen dann Vampire auch manchmal aus wie Fledermäuse. Die Vorstellung, dass Vampire in der Nacht als Fledermäuse durch die Luft fliegen gibt es schon sehr lange. Die meisten Fledermäuse ernähren sich jedoch nicht von Blut sondern von kleinen Insekten. Es gibt jedoch so genannte Vampirfledermäuse, die sich vom Blut anderer Säugetieren und Vögeln ernähren. Diese Gattung kommt vor allem in Südamerika und den südlichen USA vor. 

Menschliche Vampire

Fürst Vlad Tepes, Bildquelle: http://commons.wikimedia.org
Fürst Vlad Tepes

Manchmal hielt man auch Personen für Vampire. So etwa Fürst Vlad Tepes (sprich Zepesch) aus dem 15. Jahrhundert. Wenn du dir das Bild ansiehst, fällt dir vielleicht auf, wie sehr sich seein Aussehen auf unsere Vorstellung von Vampiren ausgewirkt hat. Zum Beispiel sieht ihm Graf Dracula, über den es viele Bücher und Filme gibt, sehr ähnlich. Übrigens bedeutet der Name Dracula aus dem Rumänischen übersetzt Sohn des Drachen. Dies war auch der Beiname des Fürsten Vlad, der mit seinem Orden, dem Drachenorden, besonders brutal gegen die Türken kämpfte.

Auch die Gräfin Elisaebth Báthory aus Ungarn galt als Vampirin. Sie glaubt, wenn sie in Menschenblut badete, blieb sie ewig jung und schön. Man nannte sie auch Blutgräfin.

Umfrage: Vampire die es wirklich gibt - was ist am gruseligsten?

Vampire gibt es nur in der Phantasie. Anders ist das mit blutsaugenden Tieren. Welchen dieser "Blutsauger" findest du am gruseligsten?

 

LEXIKON

slawische Sprachen
Slawische Sprachen werden vor allem im östlichen Europa gesprochen, einige davon auch in Österreich. Die größte ist Russisch. Einige werden in einer eigenen Schrift geschrieben, aber nicht alle.

Mehr zum Thema

Linktipp:
http://kiwithek.kidsweb.at/index.php/Vampire

Buchtipps:
"Vampirismus oder die Sehnsucht nach Unsterblichkeit" von Norbert Borrmann
"Der kleine Vampir von Angela Sommer-Bodenburg" von Angela Sommer-Bodenburg

    Das Thema wurde auf Basis eines Skriptums von Opens window for sending emailao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Christoph Augustynowicz, Institut für Osteuropäische Geschichte Universität Wien von der Webredaktion erstellt.